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Lieder aus dem Leben
26.10.10 Das Trio Waap, Mehnert und Wentland begeisterte die Zuhörer in der Heringer Kirche

Heringen. Kulturelle Angebote dieser Art sind in Heringen selten geworden. Umso mehr erfreuten sich die gut 400 Zuhörer in der Heringer Kirche an dem, was ihnen Pfarrer Dr. Thorsten Waap zusammen mit seinen kongenialen Begleitmusikern Markus Mehnert am Klavier und Jonathan Wentland am Schlagzeug in rund zwei Stunden Programm zu bieten hatte.


Sinnige Texte zur Musik: Zwei Stunden beste Unterhaltung boten Dr. Thorsten Waap, Markus Mehnert und Jonathan Wentland beim Konzert in der Heringer Kirche, dem gut 400 Zuhörer am Ende kräftig Beifall spendeten. Foto: roda

Waaps Lieder stammen zumeist aus seinem Empfinden und aus alltäglichen Beobachtungen. Die Musik dazu ist melodiös fließend und niemals dominant. Sie ist gewissermaßen Transportmittel für die Texte, die es in bester Liedermachertradition in sich haben.

Anpassungszwang
So wird um Beispiel in „Eigenartig einzigartig“ der heute übliche äußere Anpassungszwang „was du darstellst, ist der Wunsch der Menge und kommst nicht mehr dazu du selbst zu sein“ beschrieben und in „Wie ein weites Land“ mit Gottvertrauen die Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Auch die mediale Reizüberflutung ist in „Schenk uns Augen, die sehn, gib uns Ohren, die hörn“ ein Thema, das in Waaps Repertoire Eingang gefunden hat. Zudem sind Helden für ihn Menschen, die eher im Hintergrund segensreich wirken. Und selbst den Eintagsfliegen kann er während einer Wanderung noch einen Lebenssinn abgewinnen.

Gut abgestimmt
Gut abgestimmt wirkten zum Gesang und der Gitarre des Interpreten die musikalischen Partner. Wobei Markus Mehnert als versierter Pianist schon ‘mal mit der Eigeninterpretation „Ilmenau“ eine Homage an die Stadt seines Berufsalltags in die Tasten des Flügels markierte, während Jonathan Wentland mit einem furiosen Schlagzeugsolo das Publikum aus der Pause zurückrief. Der deutliche Zugabewunsch am Ende des Konzerts stand eigentlich nicht auf dem Waschzettel des Programmablaufs, wurde nach einem verlegenen Zögern dann aber doch gewährt.
Von Hans-H. Hartmann